Amazon SEO Basics – Die Performancefaktoren

Unser zweiter Artikel zu den Amazon SEO Basics soll nun, ergänzend zu den bereits vorgestellten Relevanzfaktoren, einen kurzen Überblick über die sogenannten Performancefaktoren verschaffen.
Nach dem Erstellen eines professionellen und Keyword-optimierten Produktlistings sind dies zusätzliche Faktoren, die für Auffindbarkeit und Attraktivität des Listings und somit letztendlich für mehr Umsatz sorgen. Die Einschränkung ist hier allerdings, dass Händler nicht alle Faktoren unmittelbar beeinflussen können.
Amazon will seinen Kunden auf den Suchergebnisseiten aus wirtschaftlichem Eigeninteresse verständlicherweise nur die Produkte zeigen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen Kauf auslösen. Hierfür wird die vergangene Verkaufs-Performance berücksichtigt, die sich zusammensetzt aus:
1. Click-Through-Rate (CTR) oder Klickrate
Die Häufigkeit eines Klicks nach einem Sichtkontakt. Wenn ein Produkt in den Suchergebnissen ausgespielt, aber dann nur selten angeklickt wird, kann das daran liegen, dass Bild und/oder Titel nicht aussagekräftig sind oder nicht hochwertig erscheinen oder sich sogar widersprechen. Ein solcher Fall wäre, dass der Titel eine Herren-Uhr beschreibt und das Bild aber ganz offensichtlich eine Damen-Uhr zeigt.
2. Conversion Rate
Die Häufigkeit eines Kaufs nach dem Öffnen bzw. Betrachten des Produktlistings. Dass Kunden die Produktseite verlassen, ohne den Artikel in den Warenkorb zu legen, kann ähnliche Ursachen haben wie eine schlechte CTR, so zum Beispiel mangelnde Qualität oder unzureichende, widersprüchliche oder abschreckende Informationen. Es kann aber auch an einer Produktbewertung liegen oder ein am Ende des Listings angezeigtes Konkurrenzprodukt, das noch attraktiver erscheint.
Unabhängig von einer Conversion bewertet Amazon allerdings auch die Verweildauer auf einem Listing. Ist die Verweildauer kurz und somit Absprungrate bzw. „Bounce Rate“ hoch, hat das einen zusätzlichen negativen Effekt auf das Ranking.
3. Absatz/Sales
Die absoluten Verkäufe eines Produkts. Je häufiger ein Produkt verkauft wird desto wahrscheinlicher bzw. desto weiter oben wird es auch in den relevanten Suchergebnissen angezeigt und desto besser ist auch der Bestseller Rank (BSR) in der jeweiligen Haupt- und Unterkategorie. Wenn man es bis auf den ersten Platz schafft, gibt es zusätzlich noch das in unserem ersten Artikel bereits erwähnte Bestseller Batch.
Stellschrauben für Händler
Auf Verkäuferseite gibt es nun einige Möglichkeiten, die Attraktivität und Relevanz der Listings einerseits für Amazon zu erhöhen und andererseits für potentielle Kunden (was wiederum Einfluss auf das Ranking durch Amazon hat) und so nachhaltig die Performance zu verbessern:
Preis
Der Preis sollte zunächst natürlich eine angemessene Marge für den Händler beinhalten, aber gleichzeitig nicht sehr von vergleichen Produkten abweichen. Wenn man nicht der einzige Anbieter des Produkts ist, sich also mehrere Händler ein Listing „teilen“ und man die begehrte Buybox (das Einkaufswagenfeld) gewinnen will, bleibt letztendlich nur der Weg über den günstigsten Preis.
Versandkosten
Als Teil des (Gesamt-)Preises sollte der Versand möglichst niedrig angesetzt oder das Produkt sogar versandkostenfrei angeboten werden. Viele Kunden nehmen mögliche Versandkosten nämlich erst beim Bezahlvorgang wahr und sind dann eventuell verärgert über zusätzliche Kosten. Wenn man den Versand durch Amazon abwickeln lässt und sich Kunden für Prime registriert haben, entfallen die Versandkosten aber ohnehin.
Lieferzeit
Kunden erwarten in der Regel eine kurze Bearbeitungs- und Lieferzeit. Die Angabe „Auf Lager“ sorgt daher mit hoher Wahrscheinlichkeit für mehr Verkäufe, ein besseres Ranking und auch eine bessere Händlerbewertung als „Versandfertig in 2 bis 3 Tagen“.
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Das Prime-Logo, das für schnellen und kostenfreien Versand steht, löst etwaige Probleme bzw. Hemmschwellen hinsichtlich Versandkosten und Lieferzeit und ist mittlerweile der Verkaufsbooster schlechthin auf Amazon. Jeder Händler sollte daher bemüht sein, Prime-Produkte anzubieten, entweder durch Versand durch Amazon (FBA) oder durch Versand durch Verkäufer (FBM), wobei Letzteres an strikte Lieferbedingungen gebunden ist.
Retourenquote
Produkte, die häufig zurückgeschickt werden, werden langfristig mit einem schlechten Ranking bestraft. Hier können eventuell eine bessere Beschreibung und bessere Produktbilder helfen. Allerdings ist die Quote auch stark von der Kategorie abhängig, da zum Beispiel Kleidung und Modeartikel naturgemäß häufiger ausprobiert und retourniert werden.
Produktbewertungen
Bewertung sind die entscheidende Währung auf Amazon und gleichzeitig sind sie einer der Faktoren, die man als Händler am wenigsten selbst in der Hand hat. Je mehr Bewertungen –vor allem im Verhältnis zur Konkurrenz – desto besser, aber noch wichtiger ist ein guter Durchschnitt, also idealerweise 4 bis 5 Sterne. Hilfreich ist es außerdem, wenn die Bewertungen authentisch sind und nicht gekauft wirken und von anderen Kunden als nützlich markiert wurden.
Händlerbewertungen
Zusätzlich zu den Produkten können Kunden auch die Händler selbst bewerten. Diese Bewertungen werden von den meisten Käufern zwar gar nicht wahrgenommen und sind somit auch nicht kaufentscheidend, dafür werden sie aber von Amazons Suchalgorithmus berücksichtigt.
Auch die Kommunikation mit den Kunden, zum Beispiel die zügige Beantwortung von Nachrichten, öffentlichen Fragen oder negativem Feedback bewertet der Algorithmus und spielt die Produkte des Händlers dann entsprechend aus.
Fazit
Mit der Berücksichtigung der Relevanzfaktoren und somit einem attraktiven und aussagekräftigen Listing, das außerdem einen inhaltlichen Bezug zu relevanten Suchanfragen aufweist, legt man den Grundstein für erfolgreiches Verkaufen auf Amazon.
Im nächsten Schritt sorgen die Performancefaktoren, angefangen mit attraktiven Versandbedingungen, über einen guten Kundenservice bis zu einer kontinuierlich wachsenden Zahl an guten und für andere Kunden hilfreiche Bewertungen, dann für den langfristigen Erfolg.
Falls du hier an der ein oder anderen Stelle mit deinen eigenen Produkten nicht weiterkommst, nimm gerne Kontakt mit uns auf. Unsere Amazon Consultants helfen gerne weiter.